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VEILCHEN OVER EUROPE - FRÜHJAHR 2005 - TEIL II

Die Auslosung nach dem legendären Sieg in "San Mames", bescherte uns abermals einen spanischen Vertreter. Es kam zum Duell mit Real Saragossa, immerhin spanischer Cupsieger und Sieger gegen Christoph Daums weit höher eingeschätztes Fenerbahce Istanbul. Mit der Erfahrung des ersten privat organisierten Charters nach Bilbao machte man sich sofort daran einen weiteren Tagesflug auf die Beine zu stellen.

Der offizielle Reiseveranstalter des Vereins hat auf unseren Flug nach Bilbao insofern reagiert, als es erstmalig einen Flug zu akzeptablen Preisen gab. Vorbei waren die Zeiten wo man die Fans der Austria nach Strich und Faden abzocken konnte. Damit war eigentlich das Hauptziel des Engagements von westtribuene.at erreicht. Nichts desto trotz gab es wie gesagt auch zu diesem Spiel wieder einen Tagesflug von Fans für Fans. Ein Pub in Saragossa mit einem kooperativen Besitzer war auch bald gefunden und so stand einem weiteren Ausflug nichts mehr im Wege.

Beinahe ausgebucht ging es am 17. März nach Saragossa, wo wir gegen Mittag ankamen. Es empfingen uns Temperaturen um die 25 Grad, kein Vergleich zum Wetter zu Hause. Praktischerweise wurden wir fast direkt vor das von uns angemietete Pub gebracht. Wir machten uns sofort daran, den an diesem Tag stattfindenden St. Patricks Day zu kräftigst zu begießen. Im laufe des Tages fanden immer mehr Austriafans den Weg in "unser" Pub. Zu eigens mitgebrachter Musik wurde weiter kräftig gefeiert und das kommende Match diskutiert. Die spanischen Gazetten berichteten interessanterweise in großer Aufmachung über den Gegner aus Österreich und über einzelne Spieler wie Joey Didulica oder Rabiu Afolabi. Natürlich durfte in der Vorberichterstattung auch das 0:9 des Nationalteams in Valencia nicht fehlen. Offenbar schworen so die spanischen Journalisten die Fans auf den kommenden Gegner Saragossas ein. Es sollte jedoch anders kommen, nur wusste man das zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Einen weiteren Aufstieg erwarteten wohl nur die kühnsten Optimisten.

Zwei Stunden vor Spielbeginn machten sich ca. 150 Veilchen auf den Weg ins Stadion. Die örtliche Exekutive verhielt sich im Vergleich zu den Kollegen im Baskenland sehr kooperativ und so kam es bis zum Stadion zu keinerlei Schwierigkeiten.

Nach dem 1:1 im Hinspiel, begann das Spiel im "La Romareda" mit den erwarteten Angriffen der Spanier. Mit dem ersten Angriff der Veilchen in der 6. Minute stand es plötzlich 1:0 für die Violetten durch Sasa Papac. Als in der 12. Minute Tosin Dosunmu zum 2:0 traf, hörte man unter den 30.000 Zuschauern nur noch die 400 mitgereisten Fans der Wiener Austria und manch einer wähnte sich bereits im siebenten Fußballhimmel. In der 31. Minute machte Joey Didulica das Spiel wieder spannend, nachdem er die rote Karte erhalten hatte. Der eingewechselte Szabolcs Safar musste nun die Kastanien aus dem Feuer holen. Dies gelang bis Pause zu 100 % und so ging es mit 2:0 in die Kabine.

Der zu erwartende Sturmlauf der Spanier begann sofort nach Wiederbeginn und es schien eigentlich nur eine Frage der Zeit zu sein, bis der Anschlusstreffer fallen würde. Bis zur Minute 58 ging alles gut, dann fand sich der Ball zum ersten mal im Tor der Austria. Als dann fünf Minuten später der Ausgleich fiel, stand das "La Romareda" Kopf und die Stimmung befand sich am Siedepunkt. Die letzten 27 Minuten dieses Spiels wurden zum absoluten Hitchockkrimi. Es gab einige Fans die sich das Spiel nicht mehr zu Ende anschauen konnten und das Stadion verließen. Der Rest erlebte eine Abwehrschlacht, die in die Geschichte einging. Die Spanier waren nach dem Ausgleich Gott sei Dank mit ihrem Fußballlatein am Ende und so hieß der Aufsteiger zum zweiten mal, sensationell Austria Wien. Man hatte es wirklich geschafft und das Viertelfinale erreicht. Auf dem Weg zu den Autobussen wurde der Aufstieg lautstark gefeiert und viele Spanier versuchten ihre Schals mit Fans aus Österreich zu tauschen, was größtenteils gerne gemacht wurde. Unverständlich war dann der langwierige Abtransport zum Flughafen und die schikanöse Wartezeit in den Bussen vor dem Abfluggebäude. Die spanische Polizei ließ die Leute nicht einmal ihre Notdurft verrichten und so kam es vereinzelt zu einigen unschönen Szenen, als die Polizei einige Fans beim verlassen der Busse mit Schlagstöcken attackierte. Unrühmlich setzte sich dabei die mitgereiste Fanpolizei aus Wien in Szene, die es leider nicht schaffte, die spanischen Kollegen davon zu überzeugen, die Leute wenigstens aufs WC gehen zu lassen. Am Heimflug wurde der Aufstieg dann noch ausgiebig gefeiert und begossen, bis man schließlich gegen 03.30 Uhr in Wien landete.

Die Auslosung für das Viertelfinale bescherte uns den letzten Italiener im Uefacup, den FC Parma.
Einen Bericht über dieses Spiel findet ihr auf Seite 34 der FANmagazin-Ausgabe 2/05.

Felly







   




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