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Die Auslosung nach dem legendären Sieg in "San Mames", bescherte
uns abermals einen spanischen Vertreter. Es kam zum Duell mit Real Saragossa,
immerhin spanischer Cupsieger und Sieger gegen Christoph Daums weit höher
eingeschätztes Fenerbahce Istanbul. Mit der Erfahrung des ersten privat organisierten
Charters nach Bilbao machte man sich sofort daran einen weiteren Tagesflug auf
die Beine zu stellen.
Der offizielle Reiseveranstalter des Vereins hat auf unseren Flug nach Bilbao
insofern reagiert, als es erstmalig einen Flug zu akzeptablen Preisen gab. Vorbei
waren die Zeiten wo man die Fans der Austria nach Strich und Faden abzocken konnte.
Damit war eigentlich das Hauptziel des Engagements von westtribuene.at
erreicht. Nichts desto trotz gab es wie gesagt auch zu diesem Spiel wieder einen
Tagesflug von Fans für Fans. Ein Pub in Saragossa mit einem kooperativen
Besitzer war auch bald gefunden und so stand einem weiteren Ausflug nichts mehr
im Wege.
Beinahe ausgebucht ging es am 17. März nach Saragossa, wo wir gegen Mittag
ankamen. Es empfingen uns Temperaturen um die 25 Grad, kein Vergleich zum Wetter
zu Hause. Praktischerweise wurden wir fast direkt vor das von uns angemietete
Pub gebracht. Wir machten uns sofort daran, den an diesem Tag stattfindenden St.
Patricks Day zu kräftigst zu begießen. Im laufe des Tages fanden immer
mehr Austriafans den Weg in "unser" Pub. Zu eigens mitgebrachter Musik
wurde weiter kräftig gefeiert und das kommende Match diskutiert. Die spanischen
Gazetten berichteten interessanterweise in großer Aufmachung über den
Gegner aus Österreich und über einzelne Spieler wie Joey Didulica oder
Rabiu Afolabi. Natürlich durfte in der Vorberichterstattung auch das 0:9
des Nationalteams in Valencia nicht fehlen. Offenbar schworen so die spanischen
Journalisten die Fans auf den kommenden Gegner Saragossas ein. Es sollte jedoch
anders kommen, nur wusste man das zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Einen weiteren
Aufstieg erwarteten wohl nur die kühnsten Optimisten.
Zwei Stunden vor Spielbeginn machten sich ca. 150 Veilchen auf den Weg ins Stadion.
Die örtliche Exekutive verhielt sich im Vergleich zu den Kollegen im Baskenland
sehr kooperativ und so kam es bis zum Stadion zu keinerlei Schwierigkeiten.
Nach dem 1:1 im Hinspiel, begann das Spiel im "La Romareda" mit den
erwarteten Angriffen der Spanier. Mit dem ersten Angriff der Veilchen in der 6.
Minute stand es plötzlich 1:0 für die Violetten durch Sasa Papac. Als
in der 12. Minute Tosin Dosunmu zum 2:0 traf, hörte man unter den 30.000
Zuschauern nur noch die 400 mitgereisten Fans der Wiener Austria und manch einer
wähnte sich bereits im siebenten Fußballhimmel. In der 31. Minute machte
Joey Didulica das Spiel wieder spannend, nachdem er die rote Karte erhalten hatte.
Der eingewechselte Szabolcs Safar musste nun die Kastanien aus dem Feuer holen.
Dies gelang bis Pause zu 100 % und so ging es mit 2:0 in die Kabine.
Der zu erwartende Sturmlauf der Spanier begann sofort nach Wiederbeginn und es
schien eigentlich nur eine Frage der Zeit zu sein, bis der Anschlusstreffer fallen
würde. Bis zur Minute 58 ging alles gut, dann fand sich der Ball zum ersten
mal im Tor der Austria. Als dann fünf Minuten später der Ausgleich fiel,
stand das "La Romareda" Kopf und die Stimmung befand sich am Siedepunkt.
Die letzten 27 Minuten dieses Spiels wurden zum absoluten Hitchockkrimi. Es gab
einige Fans die sich das Spiel nicht mehr zu Ende anschauen konnten und das Stadion
verließen. Der Rest erlebte eine Abwehrschlacht, die in die Geschichte einging.
Die Spanier waren nach dem Ausgleich Gott sei Dank mit ihrem Fußballlatein
am Ende und so hieß der Aufsteiger zum zweiten mal, sensationell Austria
Wien. Man hatte es wirklich geschafft und das Viertelfinale erreicht. Auf dem
Weg zu den Autobussen wurde der Aufstieg lautstark gefeiert und viele Spanier
versuchten ihre Schals mit Fans aus Österreich zu tauschen, was größtenteils
gerne gemacht wurde. Unverständlich war dann der langwierige Abtransport
zum Flughafen und die schikanöse Wartezeit in den Bussen vor dem Abfluggebäude.
Die spanische Polizei ließ die Leute nicht einmal ihre Notdurft verrichten
und so kam es vereinzelt zu einigen unschönen Szenen, als die Polizei einige
Fans beim verlassen der Busse mit Schlagstöcken attackierte. Unrühmlich
setzte sich dabei die mitgereiste Fanpolizei aus Wien in Szene, die es leider
nicht schaffte, die spanischen Kollegen davon zu überzeugen, die Leute wenigstens
aufs WC gehen zu lassen. Am Heimflug wurde der Aufstieg dann noch ausgiebig gefeiert
und begossen, bis man schließlich gegen 03.30 Uhr in Wien landete.
Die Auslosung für das Viertelfinale bescherte uns den letzten Italiener im
Uefacup, den FC Parma.
Einen Bericht über dieses Spiel findet ihr auf Seite 34 der FANmagazin-Ausgabe
2/05.
Felly
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