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Das letzte Gruppenspiel im Uefacup in Utrecht und der dort erreichte Sieg
brachte die Austria erstmals nach 20 Jahren ins Frühjahr eines europäischen
Bewerbs.
Da es bereits nach Utrecht, via Amsterdam, einen ersten Versuch gab einen eigenen
Flieger zu organisieren, stellte sich natürlich die Frage ob man zum nächsten
Europacupspiel im Frühjahr tatsächlich das Wagnis eines eigenen Charterfluges
eingehen sollte.
Nachdem uns die Auslosung die baskische Topmannschaft Athletico Bilbao bescherte,
machten sich die Organisatoren von westtribuene.at daran, die ersten Erkundigungen
bei diversen Fluglinien einzuholen. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten und Querschüssen
aus den eigenen Reihen, stand es kurz vor Beginn der Hallencups fest.
Erstmalig gab es in Österreich einen von Fans, für Fans, organisierten
Charterflug zu einem Europacupspiel.
Der
Hallencup wurde zur Bewerbung des Fluges benutzt, da bis zum Spiel gegen Bilbao
kein Meisterschaftsspiel stattfand und sonst nur diverse Internetseiten zur Bekanntmachung
genutzt werden konnten. Aufgrund des Preises von 250 Euro herrschte von Beginn
reges Interesse an den 174 Plätzen auf unserem Flug nach Spanien. Bereits
einen Monat vor Abflug konnten wir vermelden, dass unser Charterflug ausgebucht
ist. Im Normalfall sollte man annehmen, dass nun alles okay wäre und wir
nur noch auf das Rückspiel in Bilbao warten müssten. Die im Februar
herrschenden Witterungsbedingungen machten uns jedoch einen Strich durch die Rechnung.
Das für 16. Februar angesetzte Spiel wurde wegen Unbespielbarkeit des Platzes
abgesagt und um eine Woche verschoben. Anzumerken wäre, dass die Verantwortlichen
der Uefa und auch die Delegation der Basken das ihre zu der Absage beigetragen
haben. So wurde zum Bespiel berichtet, dass die Spieler Athleticos noch eine Stunde
vor Spielbeginn an der Hotelbar gesichtet wurden. Man kann also davon ausgehen,
dass von baskischer Seite von Anfang an kein Interesse vorhanden war, das Spiel
stattfinden zu lassen. Es wäre interessant, was die mehr als 3000 angereisten
Fans Athleticos wohl zum Verhalten ihrer Mannschaft gesagt hätten.
Soweit so schlecht.
Natürlich brachte uns die Verschiebung unerwartete Probleme, denn die ursprünglich
gecharterte Maschine war für den neuen Auswärtstermin nicht verfügbar.
Notgedrungen mussten wir auf ein größeres Flugzeug umbuchen, was zum
einen zwar zur Folge hatte, dass es mit 210 Plätzen nun mehr Plätze
gab, zum anderen natürlich aber auch einen höheren Preis. Schlussendlich
gelang es, den Flieger fast bis zum letzten Platz zu füllen. Der Verlust
hielt sich somit in Grenzen. Festhalten möchte ich an dieser Stelle, dass
es für diesen Flug keinerlei Subventionen von Seiten des Betriebsführers
der Austria gab.
Nach
einem mäßigen Hinspiel, das 0:0 endete, ging es also am Sonntag, 27.
Februar nach Bilbao. Einige Mitglieder des Fanclubs Viola Fanatics fanden den
Weg nach Bilbao sogar mit dem Zug. Alles in allem hielten sich die Erwartungen
der insgesamt 500 angereisten Austriafans jedoch in Grenzen, ist doch Bilbao als
extrem heimstarke Mannschaft bekannt. Den Tag verbrachten wir in einem eigens
angemieteten Pub. Aufgrund der von westtribuene.at
ausgehandelten Spezialpreise bei Bier und Snacks erreichte die Stimmung in Laufe
des Nachmittags langsam den Höhepunkt. Bei diversen Fußballsongs und
"I'm from Austria" wurde kräftig abgefeiert. Am Weg zum Stadion
"San Mames" kam es leider zur ersten Auseinandersetzung mit den örtlichen
Polizeieinheiten, wobei Antiterroreinheit wohl die treffendere Bezeichnung gewesen
wäre. Ohne ersichtlichen Grund machten vermummte Polizisten Jagd auf die
österreichischen Fans. Dass dabei auch Gummigeschoße zum Einsatz kamen,
gab uns einen leichten Vorgeschmack auf das was in den folgenden Stunden noch
passieren sollte.
Im
Stadion waren die Austriafans in einem Sektor direkt am Spielfeldrand im Bereich
der Cornerfahne untergebracht. Rechts und links bzw. auch oberhalb waren Anhänger
der Basken untergebracht. Eine sicherheitstechnische "Meisterleistung"
der Basken. Das Spiel selbst begann mit rollenden Angriffen Athleticos und manch
einer dachte wohl mit Grauen, was da vielleicht noch kommen würde. In der
20. Minute war es schließlich soweit und es stand 1:0 für Bilbao. Viele
von uns hatten das Spiel jetzt wohl abgehakt und erwarteten eine Abfuhr die sich
gewaschen hat. Unsere Spieler, allen voran Libor Sionko, belehrten uns jedoch
eines besseren. 16 Minuten nach dem Führungstreffer der Basken stand es plötzlich
1:1, Torschütze Libor Sionko mit einem sehenswerten Schuss ins lange Kreuzeck.
Erstmalig lagen sich die Austriafans an diesem Abend in den Armen. Die Ordner
im Sektor befanden jedoch, dass unser Torjubel nicht angebracht sei und begannen
wahllos auf Fans einzuprügeln. Etliche Fans wurden bei dieser Aktion leicht
verletzt. Nur mit Mühe konnten Verantwortliche der Austria schlimmeres verhindern.
Langsam beruhigte sich die Lage wieder und man konnte sich wieder dem Spiel widmen.
Mit 1:1 ging es in die Pause. Die Gastfreundschaft in Stadion "San Mames"
hielt sich jedoch in Grenzen, mussten wir doch feststellen, dass es weder Getränke
noch etwas zu essen gab.
Langsam aber sicher ging uns die Präpotenz der Basken ziemlich auf die Nerven,
Interventionen waren zwecklos, denn keiner der anwesenden Ordner verstand ein
Wort Englisch. Die ständigen Provokationen der heimischen Fans rund um unseren
Sektor taten ihr übriges, die allgemeine Stimmung wieder aufzuheizen. So
war es kein Wunder, dass es beim zweiten Treffer Libor Sionkos in der 70. Minute
wieder einige tieffliegende Gummiknüppel gab und die ersten Münzen,
Feuerzeuge und Sessel in unseren Sektor flogen. Die restlichen 20 Minuten feierten
die Fans jedoch als einen der denkwürdigsten Auswärtserfolge der jüngeren
Austriageschichte. Die Basken wurden in keiner Phase mehr gefährlich und
somit wurde mit dem 2:1, der Aufstieg in die Runde der letzten 16 fixiert.
Als sich die Spieler von den Fans verabschiedeten, kam es wieder zu einigen unschönen
Szenen mit dem Ordnerdienst, jedoch zeigten die Austriaspieler auch hier, wer
Herr in "San Mames" ist und entschieden auch dieses Duell für sich.
Nach über einer Stunde Wartezeit wurden wir im Buskonvoi zum Flughafen gebracht,
wo wir ein weiteres mal auf unsere Spieler trafen und mit dem einen oder anderen
Bier auf den Aufstieg angestoßen wurde. Der General Manager der Austria
durfte das Lokal sogar erst verlassen, nachdem er ein Lied angestimmt hatte, mit
"so ein Tag so wunderschön wie heute", wurde Toni Polster begeistert
verabschiedet. Müde aber überglücklich, landeten wir schließlich
kurz nach Mitternacht in Wien.
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zu Teil 2
Impressionen
Felly
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