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Hallencup 2005 - So werden Fans betrogen!

Unter dem klingenden Titel "Kick and Fun" sollte der Hallencup in der Wiener Stadthalle zum Fest werden. Bislang war es jedoch lediglich ein Betrug an den Fans, vor allem am violetten Anhang.

Dass auch junge Spieler aus dem Nachwuchs ihre Chance erhalten sollen ist durchaus legitim, dies exerzieren auch alle anderen Clubs vor.
Dass man aber, speziell bei einem derart großen Kader wie jenem der Austria, kein einziges Aushängeschild auf das Parkett schickt ist, gelinde gesagt, eine Frechheit am zahlenden Publikum. Immerhin herrscht ein durchaus gehobenes Preisniveau.

Mag man im Lager der Grün-Weissen aus Hütteldorf den 7:2 Derbysieg entsprechend gefeiert haben, das letzte Quäntchen Euphorie blieb dennoch bei den Rapid-Fans, aber auch den Spielern aus. Immerhin hatte man eine Truppe von unerfahrenen Nobodies geschlagen. Alles andere als ein klarer Sieg wäre nach der Darbietung der Veilchen gegen den FC Wacker Tirol eine Schande gewesen.

Mit Glück und einem guten Safar im Tor erreichte Austria am zweiten Spieltag gerade mal ein 2:2 Remis. Das Weiterkommen im UEFA-Cup als Grund für einen derartig schwachen Austria-Kader anzuführen ist dürftig und in höchstem Maße unprofessionell. Selbst eingefleischte Austria-Fans, denen die Wichtigkeit der Frühjahrsspiele sehr wohl klar ist, können sich damit nicht identifizieren.

Das wohl deutlichste Zeichen sah man am zweiten Spieltag nach dem 2:2 gegen Salzburg, als die Fans auf der Nordtribüne der Stadthalle lautstark "Leckt's uns doch alle am Arsch!" skandierten und geschlossen die Halle verließen, obwohl noch drei Spiele ausständig waren. Aber auch auf den anderen Tribünen lichteten sich die Zuschauerreihen. Frust pur im violetten Lager, es stellt sich die Frage, welcher Protest schlechter ist, jener lautstarke oder der Stumme der zahlreichen anderen, abgewanderten Fans.

Schlussendlich war es am zweiten Spieltag fast nur mehr eine Heimveranstaltung des SK Rapid, was die Fankulisse betraf. Die Grünen hat es sicher wenig gestört, allerdings war auch ihr Stimmungslevel nicht ganz so hoch wie gewohnt. Schließlich kam von der leeren Gegenseite nichts mehr rüber, dass man laufstark erwidern hätte müssen. So beschränkte sich der Support auf das Spielgeschehen selbst.

Generell fanden sich als einzig organisierte Fangruppe außer jenen von Rapid und Austria die Armadillo Gang der Mattersburger in der Stadthalle lautstark wieder, wenngleich zahlenmäßig doch sehr bescheiden im Auftreten. Wo sind die Massen, die sich ansonst im Pappelstadion gegenseitig auf die Zehen treten? Zumal die Mattersburger bislang alle ihre Spiele gewonnen haben.

Als einen Witz kann man auch wieder einmal das Red-Zac Team bezeichnen. Nicht ob der durchaus guten Leistung, aber wer soll dieses Team unterstützen?! Hier gibt es Null Fanpotential. Woher auch bei einer aus mehreren Teams zusammen gewürfelten Mannschaft. Entsprechend peinlich sind daher auch die sinnlosen Versuche des Hallensprechers bzw. der Hallensprecherin, Stimmung für das Red Zac Team zu machen. Wenn da mal 50 - 100 Leute in der Halle kurz aufschreien ist das eher aus Selbstbelustigung als dem Sinn der Sache Tribut zollend.

"Fünf Tage nur Kommerz, ein Turnier ohne Herz" prangte auf einem Spruchband in Fansektor der Wiener Violetten. Das bisherige Erscheinungsbild der Hallencups 2005 scheint dem leider mehr als nur gerecht zu werden. Ob das im Sinne der zahlreichen Sponsoren ist, sei dahingestellt, die Fangemeinde kann sich damit jedenfalls nicht identifizieren. Egal, ob es Austria doch noch schafft, in den Kampf um einen Platz unter die letzten Vier einreifen zu können.

Impressionen

© fanmag 07/01/2005







   




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