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Unter
dem klingenden Titel "Kick and Fun" sollte der Hallencup in der Wiener
Stadthalle zum Fest werden. Bislang war es jedoch lediglich ein Betrug an den
Fans, vor allem am violetten Anhang.
Dass auch junge Spieler aus dem Nachwuchs ihre Chance erhalten sollen ist
durchaus legitim, dies exerzieren auch alle anderen Clubs vor.
Dass man aber, speziell bei einem derart großen Kader wie jenem der Austria,
kein einziges Aushängeschild auf das Parkett schickt ist, gelinde gesagt,
eine Frechheit am zahlenden Publikum. Immerhin herrscht ein durchaus gehobenes
Preisniveau.
Mag man im Lager der Grün-Weissen aus Hütteldorf den 7:2 Derbysieg entsprechend
gefeiert haben, das letzte Quäntchen Euphorie blieb dennoch bei den Rapid-Fans,
aber auch den Spielern aus. Immerhin hatte man eine Truppe von unerfahrenen Nobodies
geschlagen. Alles andere als ein klarer Sieg wäre nach der Darbietung der
Veilchen gegen den FC Wacker Tirol eine Schande gewesen.
Mit Glück und einem guten Safar im Tor erreichte Austria am zweiten Spieltag
gerade mal ein 2:2 Remis. Das Weiterkommen im UEFA-Cup als Grund für einen
derartig schwachen Austria-Kader anzuführen ist dürftig und in höchstem
Maße unprofessionell. Selbst eingefleischte Austria-Fans, denen die Wichtigkeit
der Frühjahrsspiele sehr wohl klar ist, können sich damit nicht identifizieren.
Das
wohl deutlichste Zeichen sah man am zweiten Spieltag nach dem 2:2 gegen Salzburg,
als die Fans auf der Nordtribüne der Stadthalle lautstark "Leckt's uns
doch alle am Arsch!" skandierten und geschlossen die Halle verließen,
obwohl noch drei Spiele ausständig waren. Aber auch auf den anderen Tribünen
lichteten sich die Zuschauerreihen. Frust pur im violetten Lager, es stellt sich
die Frage, welcher Protest schlechter ist, jener lautstarke oder der Stumme der
zahlreichen anderen, abgewanderten Fans.
Schlussendlich war es am zweiten Spieltag fast nur mehr eine Heimveranstaltung
des SK Rapid, was die Fankulisse betraf. Die Grünen hat es sicher wenig gestört,
allerdings war auch ihr Stimmungslevel nicht ganz so hoch wie gewohnt. Schließlich
kam von der leeren Gegenseite nichts mehr rüber, dass man laufstark erwidern
hätte müssen. So beschränkte sich der Support auf das Spielgeschehen
selbst.
Generell fanden sich als einzig organisierte Fangruppe außer jenen von Rapid
und Austria die Armadillo Gang der Mattersburger in der Stadthalle lautstark wieder,
wenngleich zahlenmäßig doch sehr bescheiden im Auftreten. Wo sind die
Massen, die sich ansonst im Pappelstadion gegenseitig auf die Zehen treten? Zumal
die Mattersburger bislang alle ihre Spiele gewonnen haben.
Als einen Witz kann man auch wieder einmal das Red-Zac Team bezeichnen. Nicht
ob der durchaus guten Leistung, aber wer soll dieses Team unterstützen?!
Hier gibt es Null Fanpotential. Woher auch bei einer aus mehreren Teams zusammen
gewürfelten Mannschaft. Entsprechend peinlich sind daher auch die sinnlosen
Versuche des Hallensprechers bzw. der Hallensprecherin, Stimmung für das
Red Zac Team zu machen. Wenn da mal 50 - 100 Leute in der Halle kurz aufschreien
ist das eher aus Selbstbelustigung als dem Sinn der Sache Tribut zollend.
"Fünf
Tage nur Kommerz, ein Turnier ohne Herz" prangte auf einem Spruchband in
Fansektor der Wiener Violetten. Das bisherige Erscheinungsbild der Hallencups
2005 scheint dem leider mehr als nur gerecht zu werden. Ob das im Sinne der zahlreichen
Sponsoren ist, sei dahingestellt, die Fangemeinde kann sich damit jedenfalls nicht
identifizieren. Egal, ob es Austria doch noch schafft, in den Kampf um einen Platz
unter die letzten Vier einreifen zu können.
Impressionen
© fanmag 07/01/2005
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