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Salzburg : Pasching - Auftakt in der Mozartstadt

Mittwoch, 14. Juli 2004, 19:30 Uhr. Auf diesen Termin freuten sich in den letzten Wochen die Fußballfans in ganz Österreich. Die Bundesliga geht nach der Sommerpause in die neue Saison 2004/05.

Die Auslosung bescherte Salzburg für der erste Runde in der neuen Spielzeit zwar kein Auswärtsspiel, aber im eigenen Stadion bekommt man es mit einem ganz unangenehmen Gegner zu tun. Pasching gastiert zum Auftakt in der Mozartstadt. Die Oberösterreicher - im Vorfeld als heißer Geheimtipp für den Meistertitel gehandelt - haben im Sommer ihren einstigen Top-Torjäger Edi Glieder von Schalke 04 zurückgeholt. Weitere Zugänge der Paschinger, allen voran Thomas Flögel, dürften wohl auch echte Verstärkungen für den Kader von Trainer Georg Zellhofer sein.

Wie unangenehm dieser Gegner für Austria Salzburg ist, kann man allein schon der Tatsache entnehmen, dass in allen vier Duellen der vergangenen Saison die Paschinger als Sieger vom Platz gingen. Oft verhilft den Salzburgern zu Hause gegen so schwierige Gegner auch die Südtribüne durch ihre feurige Euphorie zu tollen Leistungen. Jedoch sind die Oberösterreicher absolut keine Mannschaft, wo die Fans leicht aufzumuntern sind, um Austria Salzburg ganz besonders anzufeuern. Ein schwieriges Auftaktspiel steht Austria Salzburg also auf jeden Fall ins Haus - in jeder Hinsicht.

Die Saisonvorbereitung der Violetten lief nach Wunsch, Peter Assion kann zu Beginn der Meisterschaft weitestgehend aus dem Vollen schöpfen. Besonders erfreulich ist, dass bei der Austria offenbar ein Umdenken stattgefunden hat. Ab sofort wird wieder auf junge Salzburger Talente zurückgegriffen, die auch bereit sind, alles für den Verein zu geben. Diesen Weg zu gehen wird keine einfache Aufgabe sein, aber wir sind doch alle optimistisch, dass sich das am Ende bezahlt machen wird.

Einen ersten dazu passenden kleinen Erfolg gibt's schon zu vermelden: "Stiegl" sponsert die Austria wieder in der alten, großzügigen Form. Hauptbeweggrund für die erfolgreiche Brauerei zu diesem Schritt war eben dieser neue Weg der Salzburger Austria. Man hat vor allem das Gefühl, dass sich pünktlich zu Beginn der neuen Saison auch die Fans wieder viel mehr mit der Mannschaft identifizieren können als zuletzt.

Damit gleich zum Spiel: 9.000 Zuschauer waren gekommen, die meisten von ihnen wollten natürlich einen Erfolg der Salzburger sehen. Die Südtribüne zeigte das mit einem schönen Spruchband zu Beginn des Spiels auf dem das Motto der neuen Saison geschrieben stand: "Sommerpause beendet - Gemeinsam zum Erfolg". Sehr zahlreich war aber auch das Publikum aus Pasching vertreten.

Etwa 350 dürften es schon gewesen sein im Auswärtssektor. Die "Curva Sud" vermutete zwar einige Innsbrucker unter den Paschingern (es wurde auch lautstark "Innsbrucker Arschlöcher" und "Scheiß Tirol" skandiert), es ist aber eher anzunehmen, dass sich einfach der oberösterreichische Auswärts-Support sehr verbessert hat. Schon im April konnte man sehen, dass auch Pasching durchaus einige Leute dazu mobilisieren kann, auswärts für Stimmung zu sorgen.

Als Schiedsrichter Meßner dann pünktlich um 19:30 Uhr das Spiel anpfiff, merkte man bald, warum Pasching als Titelanwärter gehandelt wird. Salzburg kam anfangs praktisch nicht ins Spiel, die Violetten wurden in die eigene Hälfte zurückgedrängt. Die Elf um Trainer Zellhofer war in allen Belangen überlegen - und das zu Beginn ohne Edi Glieder. So kam es, dass Austria Salzburg schon in der 18. Minute das erste Gegentor in der neuen Saison hinnehmen musste.

Nachdem Ibertsberger auf der Linie nicht effizient klären konnte, sprang der Ball zu Mayrleb. Dieser hatte wenig Mühe, die Kugel noch ins Netz zu schießen - 0:1. Die anfangs durchschnittliche Stimmung auf der Südtribüne flaute nach diesem Tor zusehends ab.

Pasching setzte zwar nach dieser Führung nicht vehement nach, gefährlich blieben sie aber trotzdem. Salzburg kam auch nach dem Gegentreffer nicht ins Spiel, es blieb beim Pausenstand von 0:1. Nach der Pause kamen die Salzburger dann endlich etwas auf Touren. Für den glücklosen Eder kam zur Pause Jürgen Friedl ins Spiel. Salzburg war zwar nicht drückend überlegen, immerhin kam man aber zu mehr Spielanteilen.

In der 56. Minute hallte dann ein ziemlich unnötiges Pfeifkonzert durch das Stadion, als der schwache Schriebl ausgewechselt wurde. Einem ohnehin vom Selbstvertrauen her schon geknickten Spieler mit so einem Pfeifkonzert noch eine zusätzliche "Watsch'n" zu versetzten, ist eigentlich eine Schande für das Publikum.

Klar nervt es einem mit der Zeit ganz ordentlich, wenn ein Spieler einfach gar nichts zu Wege bringt - solch ein Pfeifkonzert rechtfertigt dieser Umstand allerdings nicht. Im Gegenzug wurde der eingewechselte junge Salzburger, Daniel Kastner, mit stürmischem Applaus bedacht.

Später kam dann auch noch der von Pasching zurückgeholte Kai Schoppitsch bei den immer stärker werdenden Salzburgern ins Spiel. In der 73. Minute kam die Belohung für den starken Willen der jungen Salzburger Mannschaft. Andreas Ibertsberger brachte einen gefährlichen Flankenball in die Mitte, der vor Torhüter Schicklgruber auch noch aufsprang. Zum Torerfolg kam es, weil Jürgen Friedl noch zum Ball sprang (ob er ihn tatsächlich noch berührt hat wird wohl ein Rätsel bleiben) und dadurch dem Torhüter die Sicht verstellt war - der Ball sprang genau ins lange Eck.

Wer von den beiden jetzt der Torschütze ist, darüber lässt sich streiten. Letztlich soll's uns egal sein, das Tor ist gefallen - das ist wichtig. Die restlichen 20 Minuten boten noch eine spannende Schlussphase mit der einen oder anderen Möglichkeit hüben wie drüben. Passiert ist aber nichts Wesentliches mehr, es blieb beim 1:1.

Das kuriose Ausgleichstor rettete Salzburg also vor einer neuerlichen Auftaktniederlage. Es war wohl ein ganz wichtiger Treffer. Man kann es sich ja vorstellen, wie schnell so eine junge Mannschaft bei Erfolglosigkeit in den ersten Runden nervös werden kann - die vergangenen beiden Spielzeiten haben es uns nur allzu deutlich vor Augen geführt. Schon in einer Woche wartet die nächste schwierige Aufgabe für unsere Mannschaft. Salzburg muss nach Graz zu Meister GAK.

Zuletzt setzte es ja am 1. Mai dort eine bittere 0:3-Niederlage, diesmal soll alles anderes werden. Das wichtigste Fazit aus dem Pasching-Spiel ist aber, dass die Mannschaft den Willen zum Erfolg offenbar hat und dass sich die Fans so auch gleich mit der jungen Mannschaft identifizieren können. Der Punkt zum Auftakt ist jedenfalls geschafft, damit kann man fürs Erste schon einmal durchaus zufrieden sein.

Text und Fotos: Christoph Dum







   




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